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Les Exercices de Mars, Eigentliche Abbildung und Beschreibung des Soldaten Lebens nach der neuesten französischen Kriegs-Manier

Les Exercices de Mars. Eigentliche Abbildung und Beschreibung des Soldaten Lebens nach der neuesten französischen Kriegs-Manier. Dem Durchlauchtigsten Fürsten und Herzn Herzn Georg Wilhelm Erb-Prinzen von Brandenburg Kulmbach &c. &c. Unterthänigst gewidmet von Joseph Friderich Leopold. Küpfferstecher. N. Guerard invenit. Anno 1700. S. 2 [Text unter dem Bild]: "Der Trompeter und Heer-paucker. Eine jede Compagnie Zu Pferd hatt einen Trompeter, welcher die Ordre von dem Quartiermeister empfängt. Seine verrichtung ist, dass Er Zu Pferd, Zur Wacht, Zum March, Allarm, item zum treffen, zur Retirade, und zum Appel blasen: wie auch vor der Schwadron her marchirn muss. Der Heerpauker gehet noch etliche Schritt vor ihme her, und in einer Schlacht-Ordnung stehen alle beyde auf dem rechten Flügel ihrer Schwadronen. Man bedient sich anitzo derselben fast bei allen Regimentern : So erfordert es auch die Ehre, dass man Sie in den Schlachten und Scharmützlen beschütze und erhalte." S. 3 [Text unter dem Bild]: "Die Tambours oder Drummelschläger. Die Musquetierer des Königs, die Granadiers zu Pferd, und die Dragoner haben ihre Tambours oder Drummelschläger zu Pferd, welche unter denselben fast eben das, was die andere unter und bey der Infanterie zu verrichten haben. Diese Verrichtung aber bestehet eigentlich darinnen, dass sie die Diana, die Generalle, die Assemblée, Allarm, den March, die Retirade und die Chamade schlagen. Im übrigen holtet der Tambour major alle Abend und Morgen die Ordre." S. 4 [Text unter dem Bild]: "Pfeiffer und Hautbois. Die Pfeiffer waren vorzeiten mehr, dann itzo im Gebrauch, und findet mann derselben fast keine, als nur bei denen Schweizer Compagnien: Hergegen was die Hautbois betrifft, so seind die Compagnien der Musquetierer, das Regiment dess Königs und die Dragoner damit versehen." S. 5 [Text unter dem Bild]: "Die Leibwacht und Musquetierer Die Leibwacht ist in 4 Compagnien getheilt, deren jede 300 Mann stark ist, und warten wechsels weis bey dem König auf ; seind im übrigen nur an den ohngleich-farbigen bandoliern voneinander unterschieden ; Seind auch die Erste oder Fürnehmste vom königl. Hauss. Die Musquetierer bestehen in 2. Compagnien jede zu 250. Mann stark. Die erste hat weisse, und die andere schwarze Pferde : Sie gehören ebenfalls zum königl. Hauss, und seind gleichsam die Schule der jungen Edelleute, welche hernach von dannen heraus genommen und zu Kriegsbedienungen gebraucht werden." S. 6 [Text unter dem Bild]: "Die Gendarmes und Leichte Reuter. Die Gendarmes und leichte Reuter gehören auch zu dem königl. Hauss, und bestehen in zwei Compagnien, deren jede 240. Mann stark ist. Sie haben kein ander Gewehr dann Degen und Pistol, seind aber alle beide in ihrer ersten Reihe und zu den Seiten Karbinierers versehen. Die Gendarmes tragen einen rothen Rock mit guldenen Borten, und auf dem Hut ein weissen Stutz ; die leichte Reuter aber zwar auch einen rothen Rock, jedoch mit Gold und silbern Galonen besetzt, und auf dem Hut eine weisse Feder." S. 7 [Text unter dem Bild]: "Der Guidon. Der Cornett. Der Fendrich. Nur dess Königs Gendarmes allein führen einen Guidon, und wird der so ihn trägt auch Guidon genannt. Hergegen hatt alle andere Reuterey ihre Standarten, und heisset man die jenige, so selbige führen Cornette. Das Fussvolk ist mit Fahnen versehen, an denen man noch seither der Schlacht von Flaurus eine weisse Schärpe anzuknupfen pfleget : Der Officier, der den Fahnen trägt, wird Fändrich geheissen. Alle diese drey fechten in denen treffen mit dem Degen : wiewohlen die 2. Erste auch mit Pistolen bewehrt aeind: zuvordrest an der Schwadron oder der Battailon, wo es ihre Ehre erfordert, dass sie eher das Leben, als den Fahnen, den Guidon oder den Standarten verlieren müssen." S. 11 "Die Schweizer. Diese Nation wird wegen ihrer Treu von verschiedenen grossen Herren und Potentaten in Europa zur Leibacht, wie auch sonsten bey ihren Armeen in Dienst genommen. Sie dienen zwar nur allein zu Fuss, seind aber dabey sehr nutzlich insonderheit bey Belagerungen zu gebrauchen. Der König hatt unter seinen Armeen ihrer mehr in Diensten, als alle anderen Fürsten und Herren miteinander." S. 18 [Text unter dem Bild]: "Der auf dem Spitzstock stehende Reuter Eine Schwadron von 4. Compagnien, nimmt einen Platz von ohngefähr 60. Schritt ein, und wird nach ihren Baraquen und Zelten gleich eingetheilet. Zu oberst für denen erste Compagnien, bewacht en Reuter mit blosem Degen in der Hand, die Standarte und Heerpaucke; bei welchem der, so etwas versehen, mit einem Bein, wovon der Stiefel abgezogen, auf einem Spitzstock zur Straffe stehen muss [...]." S. 19 [Text unter dem Bild]: "Das zu Pferd sitzen. Wann die Reuterey aufsitzen soll, so blasen die Trompetter zu Pferde [...]."

Joseph-Frédédic Léopold

Les Exercices de Mars.
Eigentliche Abbildung und Beschreibung des Soldaten Lebens nach der neuesten französischen Kriegs-Manier. Dem Durchlauchtigsten Fürsten und Herzn Herzn Georg Wilhelm Erb-Prinzen von Brandenburg Kulmbach &c. &c. Unterthänigst gewidmet von Joseph Friderich Leopold. Küpfferstecher. N. Guerard invenit. Anno 1700.

S. 2 [Text unter dem Bild]:
"Der Trompeter und Heer-paucker.
Eine jede Compagnie Zu Pferd hatt einen Trompeter, welcher die Ordre von dem Quartiermeister empfängt. Seine verrichtung ist, dass Er Zu Pferd, Zur Wacht, Zum March, Allarm, item zum treffen, zur Retirade, und zum Appel blasen: wie auch vor der Schwadron her marchirn muss. Der Heerpauker gehet noch etliche Schritt vor ihme her, und in einer Schlacht-Ordnung stehen alle beyde auf dem rechten Flügel ihrer Schwadronen. Man bedient sich anitzo derselben fast bei allen Regimentern : So erfordert es auch die Ehre, dass man Sie in den Schlachten und Scharmützlen beschütze und erhalte."

S. 3 [Text unter dem Bild]:
"Die Tambours oder Drummelschläger.
Die Musquetierer des Königs, die Granadiers zu Pferd, und die Dragoner haben ihre Tambours oder Drummelschläger zu Pferd, welche unter denselben fast eben das, was die andere unter und bey der Infanterie zu verrichten haben. Diese Verrichtung aber bestehet eigentlich darinnen, dass sie die Diana, die Generalle, die Assemblée, Allarm, den March, die Retirade und die Chamade schlagen. Im übrigen holtet der Tambour major alle Abend und Morgen die Ordre."

S. 4 [Text unter dem Bild]:
"Pfeiffer und Hautbois.
Die Pfeiffer waren vorzeiten mehr, dann itzo im Gebrauch, und findet mann derselben fast keine, als nur bei denen Schweizer Compagnien: Hergegen was die Hautbois betrifft, so seind die Compagnien der Musquetierer, das Regiment dess Königs und die Dragoner damit versehen."

S. 5 [Text unter dem Bild]:
"Die Leibwacht und Musquetierer
Die Leibwacht ist in 4 Compagnien getheilt, deren jede 300 Mann stark ist, und warten wechsels weis bey dem König auf ; seind im übrigen nur an den ohngleich-farbigen bandoliern voneinander unterschieden ; Seind auch die Erste oder Fürnehmste vom königl. Hauss. Die Musquetierer bestehen in 2. Compagnien jede zu 250. Mann stark. Die erste hat weisse, und die andere schwarze Pferde : Sie gehören ebenfalls zum königl. Hauss, und seind gleichsam die Schule der jungen Edelleute, welche hernach von dannen heraus genommen und zu Kriegsbedienungen gebraucht werden."

S. 6 [Text unter dem Bild]:
"Die Gendarmes und Leichte Reuter.
Die Gendarmes und leichte Reuter gehören auch zu dem königl. Hauss, und bestehen in zwei Compagnien, deren jede 240. Mann stark ist. Sie haben kein ander Gewehr dann Degen und Pistol, seind aber alle beide in ihrer ersten Reihe und zu den Seiten Karbinierers versehen. Die Gendarmes tragen einen rothen Rock mit guldenen Borten, und auf dem Hut ein weissen Stutz ; die leichte Reuter aber zwar auch einen rothen Rock, jedoch mit Gold und silbern Galonen besetzt, und auf dem Hut eine weisse Feder."

S. 7 [Text unter dem Bild]:
"Der Guidon. Der Cornett. Der Fendrich.
Nur dess Königs Gendarmes allein führen einen Guidon, und wird der so ihn trägt auch Guidon genannt. Hergegen hatt alle andere Reuterey ihre Standarten, und heisset man die jenige, so selbige führen Cornette. Das Fussvolk ist mit Fahnen versehen, an denen man noch seither der Schlacht von Flaurus eine weisse Schärpe anzuknupfen pfleget : Der Officier, der den Fahnen trägt, wird Fändrich geheissen. Alle diese drey fechten in denen treffen mit dem Degen : wiewohlen die 2. Erste auch mit Pistolen bewehrt aeind: zuvordrest an der Schwadron oder der Battailon, wo es ihre Ehre erfordert, dass sie eher das Leben, als den Fahnen, den Guidon oder den Standarten verlieren müssen."

S. 11
"Die Schweizer.
Diese Nation wird wegen ihrer Treu von verschiedenen grossen Herren und Potentaten in Europa zur Leibacht, wie auch sonsten bey ihren Armeen in Dienst genommen. Sie dienen zwar nur allein zu Fuss, seind aber dabey sehr nutzlich insonderheit bey Belagerungen zu gebrauchen. Der König hatt unter seinen Armeen ihrer mehr in Diensten, als alle anderen Fürsten und Herren miteinander."

S. 18 [Text unter dem Bild]:
"Der auf dem Spitzstock stehende Reuter
Eine Schwadron von 4. Compagnien, nimmt einen Platz von ohngefähr 60. Schritt ein, und wird nach ihren Baraquen und Zelten gleich eingetheilet. Zu oberst für denen erste Compagnien, bewacht en Reuter mit blosem Degen in der Hand, die Standarte und Heerpaucke; bei welchem der, so etwas versehen, mit einem Bein, wovon der Stiefel abgezogen, auf einem Spitzstock zur Straffe stehen muss [...]."

S. 19 [Text unter dem Bild]:
"Das zu Pferd sitzen.
Wann die Reuterey aufsitzen soll, so blasen die Trompetter zu Pferde [...]."


1700

s.n.

Gemischte Quelle / Mixed source / Source mixte

Paris, Bibliothèque nationale de France, F-Pn

BnF, Richelieu, Estampes et photografie, ID-190-4

  • 100. Nicht zugeordnete Titel

Gardes du Roy, Cent-Suisses, Timbales, Grande Ècurie, Musique à la cour, Tambours, Fifres, Trompettes, Mousquetaires, Hautbois