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Einrichtung und Disciplin eines Eidgnößischen Regiments zu Fuß und zu Pferd: Zweyter Theil

S. 150-159 "Das IX Capitel. Exercitium der Tambourn, samt allen Ordonanz-Streichen der Cavallerie und Infanterie. I. Ordonnanzen mit der Trommel. 1. General-Marsch. [...] Bedeutet, dass alles en general, oder aber der größte Teil einer Garnison marschieren; im Feld aber das ganze Lager aufgehebet werden soll [...]. 2. Vigater oder Sammlung [in Fr. L'assemblée]. Erklärt sich von selbst, daß auf diesen Streich die, so es angeht, sich auf dem bestimmten Platz versammeln müssen. [...] 3. Rast. [...] Wird durch die Tambourn, so in der Function sind, stillstehend vor der Front, etwas nach der Vigater, geschlagen, und bedeutet, daß alles parat und immediate marschirt [...]. 4. Dragoner Marsch. Schlagen die bei jedem Corpus eingetheilte Tambourn, wann das Regiment in gehörigen Abtheilungen auf die Wacht, aus einer Garnison oder Lager, durch eine Stadt oder Vestung, wo die Garnison ligt [...] vorbei paßieren. [...] Dragoner-Marsch wird auch geschlagen, wo die Infanterie sich einschiffet, oder über einen Fluß paßirt. 5. Fusilier- und Grenadier-Marsch. Wird bei den obigen N. 1. 2. 3. gemeldeten Anläßen geschlagen. [...] Die Grenadiers haben ihren besonderen Marsch, welchen sie schlagen, wann die Compagnien oder das Corps Grenadiers marschieren müssen, sonsten schlagen sie alle andere Streiche der Fusiliers. 6. Feld-Marsch. Wird geschlagen, wann ein Regiment, Escadron, Batailon, Compagnie oder Detachement, ausserthalb eines Platzes ins freye Feld kommt; man schickt einen Tambour vor aus, die übrigen haben ihr Spiel angehängt. [...] 7. Retraite oder Zapfenstreich. Wird in Garnison und im Feld nach Gutbefinden des commandirenden Generalen oder Commandanten, im Sommer um 9 oder 10 Uhr, im Winter um 8 Uhr durch den Drittel oder die Helfte Tambourn der ganzen Garnison oder des Lagers geschlagen [...]. Es wird auch Retraite geschlagen beym Exercitio, wann das Regiment sich zuruk zieht. 8. Schar-Wacht. Ist nicht in allen Diensten üblich, geschieht präcis um Mittermacht, damit die Commandierte wissen, daß es Zeit seye, die Pferde zu fütern, und sich zum Ausruken parat zu machen [...]. 9. Reveille, Diane, oder Tag-Wacht. Geschieht am Morgen, wenn man füglich einen Brief lesen kan [...]. 10. Troupp. Wird durch die Tambourn [...] geschlagen, wann ein Regiment, Escadron, Batailon, Compagnie aufmarschirt, Wachten vom Gewehr sich retirieren, die Standarten oder Fahnen durch Commandirte abgeholt und wieder zuruk gebracht werden. [...] Wann das Regiment, Escadron, oder Compagnie in ein lager oder Quartier einrukt. [...] Bei Schließung eines Kreises, Carré, und bey sehr vielen Mouvementern im Exercitio. 11. Appel, Chamade, Ruf. Wird bey verschiedenen Anläßen geschlagen. [...] Wann man mit dem Feind parlementiren, etwas anbringen oder accordiren will, schikt man einen Tambour, welcher auf gewisse Distanz, dreymal Chamade schlagt, und das dritte mal continuirt, bis ihme von der Vestung oder Vorposten geantwortet wird: Commandirte kommen ihn in Empfang zu nehmen, diesen überliefert er seinen Paß-Port, welcher erst zum Commandanten geschikt, examinirt wird, und so die Ordre kommt, ihne dahin zu führen, verbindet man ihm gemeiniglich die Augen: nach verrichteter Commißion wird er auf gleiche Weis wieder an voriges Ort geführt. [...] Wenn Belagerte sich ergeben wollen, wird durch einen oder mehrere Tambourn auf dem Wall Chamade geschlagen. [...] Bey Publication der Befehlen des Souverains oder hohen Generalität [...] wird Chamade geschlagen. [...] Item in einer Vestung Abends vor dem Thor-Speeren [...] damit die Leute, so draussen, sich beschleunigen. [...] Beim Exercitio, wann die Leute [...] sich geschwind wieder bei der Standarten sammlen müssen. 12. Alarm. Wird zu erst von den nächsten Posten, bey unversehenen Attaquen des Feinds, Aufruh und dergleichen, und hernach durch alle Posten und Wachten geschlagen. Ingleichen bey Formation eines Carré, beym Chargiren u.s.w. wann mit dem Sabel attaquirt oder ein Posten überfallen werden soll. 13. Feuer-Streich. Schlagen bey entstandener Feuers-Brunst die Posten, so derselben am nächsten, hernach auch die Tambourn aller übrigen Posten und Garnison rings um die Quartier, und durch die Strassen der Stadt. Ingleichen bei verschiedenen Mouvementen des Execitii. 14. Schanz-Streich. Geschieht, wann die Commandirte auf die Schanz, Faschinen oder andere Arbeit marschiren, item zu den gewöhnlichen Ruhestunden; Morgens nach der Diane schlagt man auf die Arbeit, um eilf Uhr schlagt man ab, um 1 Uhr wieder auf, Abends eine halbe Stund vor Nacht wieder ab: wann die Arbeiter aber weit von der Vestung oder Lager entfernt, geschieht solches früher. 15. Werbstreich. Wird bey öffentlichen Werbungen, Publicationen des Werb-Patents, auf den vornehmsten Pläzen einer Stadt, Fleken oder Dorf geschlagen. 16. Kirchen-Streich. Wird alle Sonn- und Feyertage, Morgens und Abends, so oft man offentlichen Gottesdienst halten will, dreymal geschlagen [...]. 17. Bätt-Stund. In Theils Diensten Morgens nach der Diane, Mittags und Abends wird von allen Wachten die Bätt-Stund geschlagen, die Leute ruhen aus, nehmen das Gewehr beym Fuß, ziehen den Hut ab, und verrichten ihr Gebätt. [...] 18. Todten-Streich. Wird mit verzognen Saiten geschlagen, wenn Officiers, Unter-Officiers oder Dragoner begraben werden.  Wenn über den verstorbnen Souverain oder dessen Famille Leid zu tragen befohlen wird, so rührt man das Spiel mit verzognen Saiten; es wird auch wohl, um das Spiel recht zu dämpfen, ein schwarzes Tuch über die Trommel gelegt. Bey den Catholischen wird auch Todten-Streich geschlagen am Hohen Donnerstag un Char-Freytag, bey Proceßionen; ingleichen wenn das Hochwürdige in die Sacristey oder zu grab getragen wird, und die Glocken zu läuten aufhören. 19. Abschlagen. Wird gethan, wenn das Exercitium vorbey, die Leute von der Wacht oder einem andern Dienst, Function, Execution, Revue wieder abgedankt werden, und Erlaubnuß haben wieder auseinander zu gehen. [...]"

Johann Heinrich Wirz

S. 150-159 "Das IX Capitel. Exercitium der Tambourn, samt allen Ordonanz-Streichen der Cavallerie und Infanterie. I. Ordonnanzen mit der Trommel. 1. General-Marsch. [...] Bedeutet, dass alles en general, oder aber der größte Teil einer Garnison marschieren; im Feld aber das ganze Lager aufgehebet werden soll [...]. 2. Vigater oder Sammlung [in Fr. L'assemblée]. Erklärt sich von selbst, daß auf diesen Streich die, so es angeht, sich auf dem bestimmten Platz versammeln müssen. [...] 3. Rast. [...] Wird durch die Tambourn, so in der Function sind, stillstehend vor der Front, etwas nach der Vigater, geschlagen, und bedeutet, daß alles parat und immediate marschirt [...]. 4. Dragoner Marsch. Schlagen die bei jedem Corpus eingetheilte Tambourn, wann das Regiment in gehörigen Abtheilungen auf die Wacht, aus einer Garnison oder Lager, durch eine Stadt oder Vestung, wo die Garnison ligt [...] vorbei paßieren. [...] Dragoner-Marsch wird auch geschlagen, wo die Infanterie sich einschiffet, oder über einen Fluß paßirt. 5. Fusilier- und Grenadier-Marsch. Wird bei den obigen N. 1. 2. 3. gemeldeten Anläßen geschlagen. [...] Die Grenadiers haben ihren besonderen Marsch, welchen sie schlagen, wann die Compagnien oder das Corps Grenadiers marschieren müssen, sonsten schlagen sie alle andere Streiche der Fusiliers. 6. Feld-Marsch. Wird geschlagen, wann ein Regiment, Escadron, Batailon, Compagnie oder Detachement, ausserthalb eines Platzes ins freye Feld kommt; man schickt einen Tambour vor aus, die übrigen haben ihr Spiel angehängt. [...] 7. Retraite oder Zapfenstreich. Wird in Garnison und im Feld nach Gutbefinden des commandirenden Generalen oder Commandanten, im Sommer um 9 oder 10 Uhr, im Winter um 8 Uhr durch den Drittel oder die Helfte Tambourn der ganzen Garnison oder des Lagers geschlagen [...]. Es wird auch Retraite geschlagen beym Exercitio, wann das Regiment sich zuruk zieht. 8. Schar-Wacht. Ist nicht in allen Diensten üblich, geschieht präcis um Mittermacht, damit die Commandierte wissen, daß es Zeit seye, die Pferde zu fütern, und sich zum Ausruken parat zu machen [...]. 9. Reveille, Diane, oder Tag-Wacht. Geschieht am Morgen, wenn man füglich einen Brief lesen kan [...]. 10. Troupp. Wird durch die Tambourn [...] geschlagen, wann ein Regiment, Escadron, Batailon, Compagnie aufmarschirt, Wachten vom Gewehr sich retirieren, die Standarten oder Fahnen durch Commandirte abgeholt und wieder zuruk gebracht werden. [...] Wann das Regiment, Escadron, oder Compagnie in ein lager oder Quartier einrukt. [...] Bei Schließung eines Kreises, Carré, und bey sehr vielen Mouvementern im Exercitio. 11. Appel, Chamade, Ruf. Wird bey verschiedenen Anläßen geschlagen. [...] Wann man mit dem Feind parlementiren, etwas anbringen oder accordiren will, schikt man einen Tambour, welcher auf gewisse Distanz, dreymal Chamade schlagt, und das dritte mal continuirt, bis ihme von der Vestung oder Vorposten geantwortet wird: Commandirte kommen ihn in Empfang zu nehmen, diesen überliefert er seinen Paß-Port, welcher erst zum Commandanten geschikt, examinirt wird, und so die Ordre kommt, ihne dahin zu führen, verbindet man ihm gemeiniglich die Augen: nach verrichteter Commißion wird er auf gleiche Weis wieder an voriges Ort geführt. [...] Wenn Belagerte sich ergeben wollen, wird durch einen oder mehrere Tambourn auf dem Wall Chamade geschlagen. [...] Bey Publication der Befehlen des Souverains oder hohen Generalität [...] wird Chamade geschlagen. [...] Item in einer Vestung Abends vor dem Thor-Speeren [...] damit die Leute, so draussen, sich beschleunigen. [...] Beim Exercitio, wann die Leute [...] sich geschwind wieder bei der Standarten sammlen müssen. 12. Alarm. Wird zu erst von den nächsten Posten, bey unversehenen Attaquen des Feinds, Aufruh und dergleichen, und hernach durch alle Posten und Wachten geschlagen. Ingleichen bey Formation eines Carré, beym Chargiren u.s.w. wann mit dem Sabel attaquirt oder ein Posten überfallen werden soll. 13. Feuer-Streich. Schlagen bey entstandener Feuers-Brunst die Posten, so derselben am nächsten, hernach auch die Tambourn aller übrigen Posten und Garnison rings um die Quartier, und durch die Strassen der Stadt. Ingleichen bei verschiedenen Mouvementen des Execitii. 14. Schanz-Streich. Geschieht, wann die Commandirte auf die Schanz, Faschinen oder andere Arbeit marschiren, item zu den gewöhnlichen Ruhestunden; Morgens nach der Diane schlagt man auf die Arbeit, um eilf Uhr schlagt man ab, um 1 Uhr wieder auf, Abends eine halbe Stund vor Nacht wieder ab: wann die Arbeiter aber weit von der Vestung oder Lager entfernt, geschieht solches früher. 15. Werbstreich. Wird bey öffentlichen Werbungen, Publicationen des Werb-Patents, auf den vornehmsten Pläzen einer Stadt, Fleken oder Dorf geschlagen. 16. Kirchen-Streich. Wird alle Sonn- und Feyertage, Morgens und Abends, so oft man offentlichen Gottesdienst halten will, dreymal geschlagen [...]. 17. Bätt-Stund. In Theils Diensten Morgens nach der Diane, Mittags und Abends wird von allen Wachten die Bätt-Stund geschlagen, die Leute ruhen aus, nehmen das Gewehr beym Fuß, ziehen den Hut ab, und verrichten ihr Gebätt. [...] 18. Todten-Streich. Wird mit verzognen Saiten geschlagen, wenn Officiers, Unter-Officiers oder Dragoner begraben werden.  Wenn über den verstorbnen Souverain oder dessen Famille Leid zu tragen befohlen wird, so rührt man das Spiel mit verzognen Saiten; es wird auch wohl, um das Spiel recht zu dämpfen, ein schwarzes Tuch über die Trommel gelegt. Bey den Catholischen wird auch Todten-Streich geschlagen am Hohen Donnerstag un Char-Freytag, bey Proceßionen; ingleichen wenn das Hochwürdige in die Sacristey oder zu grab getragen wird, und die Glocken zu läuten aufhören. 19. Abschlagen. Wird gethan, wenn das Exercitium vorbey, die Leute von der Wacht oder einem andern Dienst, Function, Execution, Revue wieder abgedankt werden, und Erlaubnuß haben wieder auseinander zu gehen. [...]"

1759

Johann Kaspar Ziegler

Zürich

II

Schriftliche Quelle / Written source / Source écrite

Basel, Universitätsbibliothek, CH-Bu

Mil Aa 65:2

  • 100. Nicht zugeordnete Titel

Cent-Suisses, Fifres, Grande Ècurie, Tambours, Trompettes

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